Einsatz für eine leisere Bahn

Mit einem ganzen Strauß von Maßnahmen sorgt die Deutsche Bahn dafür, dass die Züge der DB immer leiser werden. Lärm ist eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit – Lärmschutz daher ein zentrales Anliegen der Deutschen Bahn.

Es rattert und es rumpelt - ein Güterzug rollt vorbei. 60 Wagons, voll beladen mit Containern und schweren Stahlrollen. Schienenverkehr verursacht Lärm, vor allem dann, wenn Güter transportiert werden. Die wichtigste Ursache dafür ist der Kontakt zwischen Rad und Schiene. Die Güterwagen sind mit alten Grauguss-Bremsen ausgestattet, die auf die Lauffläche drücken und bei jedem Bremsvorgang die Radlauffläche aufrauen.
Damit immer mehr Menschen auch neben Bahnschienen von Lärm entlastet werden, sorgt die Bahn seit Jahren dafür, dass sowohl Personen- als auch Güterzüge immer leiser durch Deutschland fahren. Für das Jahr 2020 hat sie sich das Ziel gesetzt, den Lärm von der Schiene im Vergleich zu 2000 zu halbieren. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt sie verschiedene Bausteine um. Sie reichen vom Lärmschutz an der Strecke über Maßnahmen an Schienenwegen bis zur Schallbekämpfung an der Quelle.

Seit 1999 setzt die DB das Lärmsanierungsprogramm der Bundesregierung um. Dieses umfasst die Lärmsanierung an insgesamt 3.700 Kilometer Bahnstrecke. Allein in 2011 wurden an rund 55 Kilometern Strecke Schallschutzwände gebaut und 2.550 Wohnungen lärmsaniert. Insgesamt sind damit in den Jahren zwischen 1999 und 2011 rund 387 Kilometer Schallschutzwände errichtet und in über 46.400 Wohnungen Schallschutzfenster eingebaut, so dass nun 30 Prozent der 3.400 Kilometer fertig gestellt sind.

Um die weitere Sanierung zu beschleunigen, setzt sich die Deutsche Bahn dafür ein, dass auch lärmmindernde Maßnahmen an den Fahrzeugen gefördert werden können. Denn am effektivsten ist es, die Entstehung von Lärm gleich an der Quelle zu verhindern. Fahrzeuge im Personenverkehr sind bereits weitgehend mit lärmarmen Scheibenbremsen ausgerüstet. Im Güterverkehr sollen Verbundstoffbremsen für eine leisere Fahrt sorgen. Diese „Flüsterbremse“ verhindert ein Aufrauen der Räder und halbiert das Rollgeräusch der Züge. Alle neuen Güterwagen, die DB Schenker Rail beschafft, sind mit dieser leisen Bremse ausgerüstet. Ende 2011 fuhren bereits rund 7.000 Waggons mit dieser leisen Bremssohle für DB Schenker Rail.

Um die Lärmminderung weiter voranzutreiben, müssen aber auch die Bestandsfahrzeuge auf Verbundstoffbremssohle umgerüstet werden. Damit dies zeitnah realisiert werden kann, plädiert die Deutsche Bahn AG dafür, das Lärmsanierungsprogramm des Bundes auch für die Güterwagenumrüstung zu öffnen. Vom Bund geförderte Umrüstungen werden 2012 im Rahmen des Pilotprojektes „Leiser Rhein“ gestartet. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer sagte bei der Übergabe des Fördermittelbescheides zur Lärmsanierung bei Güterwagen „Erstmals fördert die Bundesregierung damit den Lärmschutz nicht nur an der Strecke sondern auch an Güterwagen.“

Dass die Flüsterbremse den Lärm hörbar mindert, hat die Deutsche Bahn AG schon 2007 mit einer öffentlichen Demonstrationsfahrt in Bingen bewiesen. Ein speziell zusammengestellter Güterzug, dessen Wagen zur Hälfte mit konventionellen und zur anderen Hälfte mit Flüsterbremsen ausgerüstet war, hatte bei mehreren Durchfahrten im Hauptbahnhof von Bingen mit Geschwindigkeiten von 90 km/h den Lärm um rund zehn Dezibel gemindert. Für das menschliche Ohr entspricht dies einer Halbierung des Lärms.

Video der Demonstrationsfahrt Bingen
Dateiformat: WMV
Dateigröße: 3,83 MB


Aufnahme Demonstrationszug Bingen
Dateiformat: Datei
Dateigröße: 1,52 MB
Datei herunterladen: Aufnahme Demonstrationszug Bingen